Von Gabriel Egger
Gemeinsam mit meinem ehemals treuen Begleiter Michael, der sich selbst vorzeitig in die Bergpension verfrachtete, mache ich mich also Sonntag Vormittag mit dem Zug auf den Weg nach Klaus um dem Kamm des Sengsengebirges wiedereinmal einen Besuch abzustatten. Dem Studenten Schmarotzer-Dasein sei Dank befinden wir uns mitten in den Semesterferien und so wird eine Nacht im Uwe Anderle- Biwak angedacht, sollte doch am Montag wieder der Föhn ins oberösterreichische Gebirge zurückkehren. Ich rechne mit überschaubaren Schneemengen und so starten wir unsere Tour bei strömendem Regen und marschieren hurtig am Staudamm vorbei. Jochen Schweitzer wäre stolz gewesen, so anziehend wirkt die Bungee-Jump Plattform auf mich. Doch weil ich bekanntlich lieber auf Berggipfeln fliege, verlege ich den Sprung aufs Plateau des Schillerecks.
Mit unserem matschigen Anstieg beginnt auch gleichzeitig das Match zwischen Frühling und Winter. Der Frühling erwischt schon in den Anfangsminuten einen Traumstart und geht verdientermaßen in Führung. Erster Zeuge davon ist die Helleborus Niger, gemeinhin als Schneerose bekannt, die sich bereits in vollster Pracht präsentiert. Die Regentropfen wandeln sich ab etwa 800m Seehöhe in Schneeflocken und erhellen neben der nebeligen Landschaft auch unsere Gemüter.
Frühling vs. Winter 1:0
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| Vorerst noch fast schneefreier Zustieg zum Spering-Sender |
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| Der Frühling kämpft gegen den Winter |
Frühling vs. Winter 1:1
Erst gegen 16.30 Uhr verziehen sich die Wolken und das Wetter bessert sich minütlich. Wir packen unsere Stirnlampen ein und wollen die letzte Stunde Tageslicht nutzen um möglichst weit Richtung Anderle-Biwak zu schreiten. Durch gute Weg- und Ortskenntnisse meinerseits sollte der Weiterweg auch in der Dunkelheit, bei klarem Himmel, möglich sein. Doch schon am Gipfel des Schillerecks hat die vermeintliche Nachtwanderung schon wieder ihren Endpunkt erreicht.
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| Abendstimmung vor dem Biwak |
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| Biwak-Freude! |
Frühling vs Winter 1:2
Schon beim Anstieg zum 1.748m hohen Schillereck sind uns herrlicke Blicke auf die Priel-Kette vergönnt. Wir staunen nicht schlecht, als auch die Voest in Linz vor unseren Augen ihren Rauch auspustet, während auf den Pyhrgassen der Föhnsturm tobt.
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| Die Priel-Kette wird von der wärmenden Sonne getroffen |
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| Und bald ist auch der erste ausgiebe Sprung fällig! |
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| Handstand am Gipfel des Schillerecks (1.748m) |
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| Blick ins Alpenvorland- die Rauchwolken der Linzer Voest deutlich erkennbar |
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| Föhnsturm auf Scheiblingstein (2.197m), kleinem Pyhrgas (2.023m) und großem Pyhrgas (2.244m) |
Frühlings vs Winter 1:3
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| Das hölzerne Kreuz muss in diesem föhnigen Winter noch einiges aushalten... |
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| Das Sengsengebirge ist von herrlichen Wechten überzogen |
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| Herrliche Rundumsicht beim Rückweg zum Spering-Sender |
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| Aufwärmsprünge beim Spering-Sender |
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| Winterlicher Grat zum Spering-Gipfel |
Im Jänner 2013 war ich kurz vor dem Gipfel wegen eines aufkommenden Schneesturms gescheitert, umso größer ist heute die Freude auch endlich im Winter am höchsten Punkt zu stehen.
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| Am Spering-Gipfel (1.605m) |
Auch hier vergehen wieder gute dreißig Minuten bevor wir uns am gespurten Grat schnell wieder zurück bequemen. Die Blicke ins Windischgarstner Becken sind eben nicht zu verachten! Wir steigen also wieder auf der Forststraße ab und wechseln auf etwa 1200m auf den Wanderweg, der uns schnell zurück zum Stausee bringt. Weil der Zug erst in einer Stunde antanzt marschieren wir auch noch zur nahegelegenen Tankstelle und füllen unsere Energiespeicher zumindest teilweise wieder auf. Zuvor aber wundern wir uns über das Fabelwesen, das diese Spuren hinterlassen haben muss...
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| Geheimnisvolle Spuren auf der Forststraße |
Tja, man muss es nehmen, wie es kommt- und das Beste daraus machen. So werden aus zehn Gipfeln schnell mal zwei und aus dem Uwe-Anderle Biwak der Notraum beim Spering Sender. Wir habens dennoch genossen!
Achja...und weil ja eigentlich im Februar Hochwinter herrschen müsste, kann der Frühling in der Nachspielzeit eine Sensation hinlegen und tatsächlich noch ausgleichen!
Frühling vs. Winter 3:3
Dann hoffen wir doch noch auf ein souveränes Rückspiel!
Und wer sich alle Bilder dieser wunderbaren beiden Tage im Sengsengebirge zu Gemüte führen will, dem sein ein Blick (und Klick) ins folgende Fotoalbum vergönnt:
















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