20. März 2015: Winterlicher Frühling auf der Kremsmauer (1.604m)

1.070 Höhenmeter, 11 Kilometer Wegstrecke

Verfrühte Grüße vom Frühling
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Die Übergangszeit ist angebrochen. Die Lust auf Skitouren sinkt und der Frühling mach sich mit seinen ersten blumigen Boten bemerkbar. Es liegt noch viel zu viel Schnee für eine sinnvolle
Bergtour, aber dafür müsste man seine Bretter andersrum schon wieder einige Höhenmeter tragen. Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass Matthias und ich bei diesen Bedingungen eine viel zu verfrühte Tour auf einen bekannten Gipfel im Alpenvorland unternehmen. Die Wahl fiel diesmal auf die Kremsmauer, die mit ihren steilen Wänden zwischen Micheldorf und Steyrling aufragt. Unser letzter Besuch war schon wieder eine Weile her und mit dem schicken Westgrat (bis II) bietet die 1.604 Meter hohe Mauer ob der Krems eine willkommene Abwechslung.

Schon beim Start beim Forsthaus Tragl auf etwa 550 Metern Seehöhe bekommen wir die erste Absage. Nicht vom Winter, der immer noch eiskalt über dieses Gebiet herrscht, sondern vom ansässigen Bauern.

"So kennts gleich wieder umdrahen. Da oben fangt der Schnee an. Ka Chance"

Den hilfsbereiten Mann bewusst ignorierend aber wissend, dass er sicherlich nicht Unrecht haben kann, nehmen wir zielstrebig unser heutiges Ziel in Angriff. Knapp 200 Höhenmeter später stehen wir dann auch schon auf einer geschlossenen Schneedecke. Matthias mit kurzer Hose, Tennissocken und Tanktop als künstlerisches Gegenbeispiel zu Schnee, Eis und Kälte. Die Kälte kommt aber vom Boden, denn die Temperaturen sind durchaus sommerlich und so macht es Spaß auf dem tragfähigen Schneedeckel zu spazieren. Ohne größere Schwierigkeiten erreichen wir über die lange Forststraße die Kaltau (1.070m), wo dann das alljährliche Martyrium seinen Lauf nimmt. Einbrechen, Beine schinden und Nässe spüren: Ein wahrlich unangenehmer Mix. Bald nutzen wir jede apere Fläche und schlagen uns dadurch mit Müh und Not zu den ersten Seilversicherungen durch. Von hier aus nehmen wir die Felsen, die direkt zum Gipfel der Pyramide führen (I).

Dunstige Aussichten ins Tote Gebirge
 Weil heute die Fernsicht getrübt ist, halten wir uns vorerst nicht lange auf und klettern über den Grat zum eigentlichen Gipfel der Kremsmauer. Das Bild, das sich uns bietet ist famos und spaltet die Landschaft in zwei Jahreszeiten: Auf der Südseite hat sich bereits der Frühling durchgesetzt, während auf der Nordseite der Winter mit hohen Wechten seine Macht demonstriert. Einmal müssen wir aufgrund von Eis und Schnee kurz in die Südseite abklettern, bevor wir am 1.604 Meter hohen Gipfel die zweite Eintragung des Jahres vornehmen können. Geht ja doch schon mit Laufschuhen, Herr Bauer! Der erste Eintrag gehört übrigens ebenfalls einem Egger- Richard Egger nämlich. Einen schönen Gruß an dieser Stelle an den talentierten Nachwuchsalpinisten und Ultraläufer.

Am Hauptgipfel der Kremsmauer
Zu einer längeren Rast klettern wir wieder zur Pyramide (1.599m) hinüber und legen uns ins trockene Gras. Weil es fast windstill ist, bleiben wir noch über eine Stunde sitzen und genießen die Entschleunigung, obwohl Matthias eigentlich schon wieder längst am Heimweg sein müsste.

Hauptgipfel mit Blick zur Pyramide
Runter gehts mit dem Schnee dann freilich schneller und bald sind wir zufrieden und entspannt wieder auf der Heimreise in die Landeshauptstadt. Und weil es so gemütlich war, gibt es nicht mehr als drei Fotos und einen (nicht ganz vollständigen) GPS-Track!

Ein kleiner Tipp: Mit dem Weg auf die Kremsmauer vielleicht noch einige Wochen warten ;)





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