16. November 2014: Bosruck (1.992m)

1.470 Höhenmeter, 12 Kilometer Wegstrecke

Der heutige Bericht, den ich euch schenken möchte, handelt weder von einer spektakulären Unternehmung, noch von spannenden Wegen oder gar unbekannten Gebieten. Er handelt vom Glück. Das Glück, nachdem der Mensch sein Leben lang strebt, das sich in vierblättrigen Kleeblättern, in Hufeisen oder zu Silvester auch in einem gemeinen Hausschwein wiederspiegelt. Manchmal reicht aber auch ein kurz entschlossener Ausflug zur Bosruckhütte, um sein Glück zu finden. Nach einer längeren Samstag-Nacht und einem folgenden Schlaf der Gerechten brechen Hans  und ich auf. Wohin? Wissen wir nicht. Was aber klar ist: Die angekündigte Regenfront blieb, zumindest im oberösterreichischen Gebiet, aus und der schlecht prognostizierte Sonntag entpuppt sich als durchaus brauchbarer Tag für eine schöne Unternehmung. Erst in Klaus entscheiden wir uns für den Bosruck, den ich im Gegensatz zum pyhrgasischen Nachbarn, nicht regelmäßig aufs Haupt steige. Die Erinnerung gehört also aufgefrischt und so machen wir uns um 12.30 Uhr auf zum Arlingsattel.

Der Große Pyhrgas kämpft mit den Wolken
Herrliche Stimmungen bereits am Arlingsattel

Schon jetzt können wir großartige Stimmungen erleben. Der Nebel wird auf der Nordseite des Berges nach oben gedrückt, während die Südseite mit strahlendem Sonnenschein aufwartet. Die zwei Gesichter des durchlöcherten Berges. Während die Autofahrer unter uns brav ihre Maut bezahlen, steigen wir über ihren Vehikeln dem Wildfrauen-Klettersteig (A/B) entgegen. Die wenigen spannenden Aufschwünge sind auch bald wieder vorbei und wir stehen auf der Frauenmauer. Immer wieder wechseln Sonne, Wolken, Nebel, Kälte und Wärme. Genau diese Bergtage liebe ich. Wenn auch ein strahlend schöner Sonnentag ebenfalls seine Reize hat, ist diese Wechselwirkung von "Gut und Böse", von "Hell und Dunkel" unvergleichlich.

Geteilte Bergwelt: Im Norden Nebel, im Süden Sonne
Im kurzen Wildfrauen-Klettersteig
Wir sind froh als wir die erdig-nassen Passagen hinter uns lassen und uns wieder dem Fels zuwenden. Bald ist auch schon das große Kreuz in greifbarer Nähe und wir lassen die ständig wechselnden Stimmungen fast eine Stunde lang auf uns wirken. Während es im Innviertel und auch in Salzburg regnet, hat sich der Wettergott bei uns in den Ennstaler Alpen noch immer nicht entschieden. Es scheint fast so, als würden sich Zwei um die endgültige Wetterlage streiten- und dann freut sich bekanntlich der Dritte. Genug posiert, steigen wir Richtung Kitzstein ab, was sich ebenfalls zu einer traumhaften Unternehmung entwickelt. Die Sonne bricht durch die dichten Wolken und verwandelt das Ennstal noch einmal in einen magischen Ort. Das Gesäuse spielt sich mit dem warmen Abendlicht und der Nebel teilt den Weg wieder in zwei Hälften,

Fantastische Stimmungen kurz vor dem Gipfel
Die Haller Mauern werden vom "Brockengespenst" beherrscht

Am Weg zum Kitzstein
Traumhafte Abendstimmung im Ennstal
Das letzte Licht fällt auf die Haller Mauern


Vom Kitzstein geht es schnurstracks hinab zur Ardning Alm, wo sich die von den Wolken ummantelten Haller Mauern nocheinmal in feinstem Abendrot verabschieden. Mit Einbruch der Dunkelheit absolvieren wir die knapp 400 Höhenmeter zurück zum Arlingsattel und steigen dann in Windeseile zurück zur Bosruckhütte. Ein wunderbarer Nachmittags-Ausflug geht zu Ende, dessen visuelles Ergebnis noch eine Weile in den Köpfen bleiben wird. Ich hoffe auch in Euren, wenn ihr euch die folgende Galerie zu Gemüte führt:



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