14. November 2014: Hirscheck (2.068m) bis Almkogel (2.116m)

1.850 Höhenmeter, 19km Wegstrecke

Nach etlichen Wochen der gemeinschaftlichen Abstinenz haben es Matthias und ich wiedereinmal zu einer Bergtour des gewohnten "Duo Infernale" geschafft. Das gesamte Wochenende war von den diversen Wetteranstalten nocheinmal strahlend schön prognostiziert worden und so darf es nicht wundern, dass schon der Freitag genutzt wird um wiedereinmal ein neues Gebiet kennenzulernen. Die Wahl fiel , wie so oft, auf das Tote Gebirge. Diesmal ging es uns aber nicht um schroffe Bergriesen, die es galt über neue, einsame Wege zu erklettern, sondern um die offensichtlich zahme Seite dieser Region. Und vorweg: Sie wusste zu begeistern.

Wir starten unsere heutige Tour also vom Parkplatz Bärenalm bei Hinterstoder, wo sich die umliegenden Berge gerade von ihrem Nebelschleier befreien. Die erste Etappe bis zur 1.741m hohen Türkenkarscharte ist ein simpler, aber wunderbar angelegter, Wanderweg, der sich steil bei kitschigen Almhütten mit formidabler Aussicht, emporzieht. Wir passieren in Folge die Jagdhütte Schafferreith mit ihrem "Hausberg", dem Schafferkogel und halten bei der Bärenalmhütte auf 1.626m kurz inne. Nicht nur der Blick zur Mölbinggruppe, die vollständig von den Wolken eingenommen ist, fasziniert, auch die gegenüberliegenen Riesen des Stoderkamms, zu dessen Wegewarten wir ja avanciert waren, wissen zu gefallen.

Das Stodertal befreit sich vom Nebel
Großer Mann ganz klein: Matthias vor den Riesen des Stodertals
Besucher der Hochmölbingruppe haben heute kein großes Glück

Wir erreichen die Türenkarscharte, erfreuen uns kurz am Blick zu den tiefliegenden Grimmingböden, und folgen nun den Steigspuren, die klar ersichtlich zum 2.068m hohen Hirscheck führen. Trotz des extrem starken und zapfigen Windes, freuen wir uns über einen neuen Gipfel in unserem geliebten Karstgebirge. Die Gipfelrast beläuft sich auf etwas mehr als fünf Minuten und wir brechen schließlich auf um den spannenden Teil zu absolvieren. Nun wollen wir weglos, zwischen felsigen Graten, schottrigen Rinnen und latschenbewachsenen Hängen den Übergang zum 2.116m hohen Almkogel beginnen. Dazu steigen wir gleich einmal einige Höhenmeter ab, bis wir zu einer schutterfüllten Rinne kommen, durch die es gilt den geeigneten Weg zu finden. Nun folgen wir den schwachen Steigspuren und den sporadisch auftauchenden Steinmännern bis kurz vor die Hochsteinscharte, dem tiefsten Punkt am Übergang. Hier ist es möglich zur Hochsteinalm abzusteigen, ohne den prächtigen Almkogel zu besteigen.

Auf Steigspuren zum Gipfel des Hirschecks
Am Gipfel sticht die Freude über das Panorama den eiskalten Wind aus
Rückblick über den Abstiegsweg vom Hirscheck (Rinne rechts)
Hochsteinscharte voraus (hier rechts halten)

Am Besten hält man sich nun an der Nordseite des Berges, direkt am Grat um den besten Weg durch die Latschen zu finden. Steht man in der Hochsteinscharte findet man sich durch Steigspuren und Steinmänner wieder leichter zurecht. Allgemein ist Orientierungsfähigkeit gefragt!  Einmal am Grat, einmal links, einmal rechts davon. Erst beim Aufschwung zum Schneeschlitzspitz (2.050m) ist Versteigen wieder unmöglich und man kann den Gang am harmlosen, aber prächtigen Grat zum Almkogel genießen.

Übergang am Grat zum Almkogel
Herrliche Blicke ins Tote Gebirge

Den Schneeschlitzspitz müssen wir leider auslassen. Der Gipfel ist in Folge der Witterungsbedingungen auseinandergebrochen und zwischen dem Südgipfel (knapp zwei Meter niedriger) und dem Hauptgipfel (2.050m) klafft ein großes Loch, das wohl nur mit Seil überwunden werden kann. (Kletterschwierigkeiten zwischen III und IV). Wir freuen uns dennoch über den, zwar immer noch extrem windigen, aber wunderschönen Gipfelgang zum Almkogel, auf dem wir sogar ein windstilles Plätzchen finden um die Gipfelrast auszudehnen. Einfach herrlich in der Wiese zu liegen und den Blick und auch die Gedanken in den unendlichen Weiten des Gebirges zu verlieren.

Der Schneeschlitzspitz (links)
Am Gipfel des Almkogels (2.116m)


Nach ein paar Sprungeinlagen, Freudentänzchen und Fotoshootings beschließen wir auch noch den 1.994m hohen Gamsstein mitzunehmen, bevor uns der gut mit Steinmännern markierte Weg zum Salzsteigjoch leiten sollte. Das Salzsteigjoch, das wir noch gut von unserer Überschreitung des Stoderkamms kennen, liegt zwischen der malerischen Leistalm und dem Hinterstoderer Talschluss, der mit dem allseits bekannten (und bei manchen auch gefürchteten) Schobertal ein Kletter El-Dorado zu bieten hat. Im Laufschritt machen wir uns an den Abstieg zur Poppenalm, von wo aus ein gemütliches Ausgehen zum Berggasthof Baumschlagerreith und in Folge zurück zum Parkplatz bei der Bärenalm folgt.

Freudensprünge am traumhaften Gipfelplateau
Rückblick auf die zurückgelegte Wegstrecke
Auf dem Weg zum Salzsteigjoch
Ein letzter Blick auf den Hochplanberg (links)


Ein grandioser Bergtag, mit zwei neuen Gipfeln und zahlreichen neuen Eindrücken von einer ganz anderen, aber ebenso schönen Seite des Toten Gebirges geht nach etwa 7 Stunden zu Ende. Für euch ist es aber hier noch nicht ganz zu Ende, denn es folgt das obligatorische Fotalbum:




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