27. März 2014: Knapp daneben ist auch vorbei- Roßkogel (1.890m)

850 Höhenmeter, 15.2km Wegsstrecke
Von Gabriel Egger

Die großartige und lange Skitour auf den Hochkönig , die uns wieder heiß auf etwaige Abfahrten machte, kombiniert mit den doch recht ansehlichen Neuschneemengen, veranlassten uns ein weiteres Mal die Bretter anzuschnallen. Um ein geeignetes Tourenziel auszuwählen, muss man mittlerweile schon länger den Finger auf der Landkarte schweifen lassen. Bis fast 1.400 Meter Seehöhe könnte man sich die saftigen grünen Wiesen und die aufkeimende Blumenwelt weiß anmalen lassen um zumindest etwas an Winteratmosphäre in die Berghänge zurückzubringen. Ein höher gelegener Startpunkt ist also von Nöten um nicht erneut Packesel spielen zu müssen.

Schnell wurden die Berge rund um die idyllische Tauplitzalm zum Betätigungsfeld auserchoren und wir steuern die zugehörige Mautstraße an, die uns für "günstige" 9 Euro nach oben bringen sollte. In schneereichen Wintern empfiehlt es sich entweder direkt aus Tauplitz zu starten (By fair means) oder den Sessellift zu nehmen um schließlich eine genussvolle Talabfahrt zu absolvieren.

Vorerst wollen wir Großes Tragl (2.179m) und Kleines Tragl besteigen und steuern damit unsere erste Zwischendestination, die Grazer Hütte an. Bei der Bergstation des Sesselliftes heißt es "Abfellen" und wir können eine mehr oder weniger lohnende erste "Abfahrt" genießen. Kurz vor den Steirerseen, die sich unter einer geschlossenen Schneedecke befinden, würde die Spur zum Traglhals empor führen. Uns lachen aber die nordseitigen Pulverhänge des etwas niedrigeren Roßkogels (1.890m) an und wir entscheiden uns spontan um. Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!

Vorne Tourismus, dahinter Alpinismus
Blick vom Schwarzensee auf Traweng (links) und Kletterikone Sturzhahn (rechts)

Objekt der spontanen Begierde: Der Roßkogel
Wir erreichen den Schwarzensee, der sich konträr zu seinem Namen präsentiert und folgen den Spuren dr Vortage. Am heutigen Tag hat sich bislang niemand auf den Roßkogel gewagt, und so erwarten wir unverspurte Hänge. Wenig steil geht es in Serpentinen auf den (für gewöhnlich) aussichtsreichen Gipfel, von dem man König Grimming tief in seine Seele blicken könnte. Das Wetter, das sich am Nachmittag eigentlich verbessern sollte, offenbart uns aber seine April-Stimmung und so erreichen immer mehr Wolken das Tote Gebirge, das sich langsam beginnt einzuhüllen. Bald ist auch der gegenüberliegende Tragl-Gipfel nicht mehr sichtbar und wir können uns über die geglückte Spontanität freuen.

Noch lassen sich Traweng, Sturzhahn und die Tragln ausmachen
Am Gipfel des Roßkogels
Nach kurzer Labung und einigen mehr oder weniger unterhaltsamen Gesprächen über unsere missglückte Stoderkamm-Überschreitung vom Vorjahr, beginnnen wir die kurze, aber wunderbare Abfahrt. Die guten Schneeverhältnisse, die wir uns versprochen haben, finden wir vor und so stehen wir zufrieden wieder beim Schwarzensee und können den langen Ski-Spaziergang zurück zur Tauplitzalm beginnen. Wer An-und-Abfellen noch nicht perfektioniert hat, sollte sich an dieser Tour versuchen- Übung macht den Meister!

Die kurzweilige Abfahrt zurück zum Schwarzensee
Vorbei am Linzer Tauplitzhaus visieren wir das Naturfreundehaus an und stoßen auf die absolvierten Höhenmeter an, während sich deutsche Lehrkräfte gerade mit Schnaps von den pädagogischen Strapazen erholen.

Auch wenn wir heute kein Glück mit dem Wetter hatten, sei euch eben jenes hold: Ihr könnt die Bilder der Tour bequem von der heimeligen Couch betrachten:


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