13. März 2014: Die Parade der Zweitausender: Sonnenuntergang am Gamsfeld (2.027m)

1.170 Höhenmeter- 10km Wegstrecke
Von Gabriel Egger 


Die Zeit an der österreichischen Hochschule ist wieder angebrochen. Dieser Umstand, gepaart mit Teilzeit-Arbeit und sonstigen außeralpinen Verpflichtungen hat mir die wohl bislang schönste Woche des Jahres gekostet- fast. Der freie Donnerstag sollte für eine wunderbare Sonnenuntergangs-Tour genutzt werden, und so brechen wir erst nach 12.00 Uhr mittags aus Linz aus um das Gamsfeld zu besuchen. Der kolossale, und leicht erreichbare Aussichtsgipfel, ist besonders für seine schönen Skitouren bekannt und so sind wir gespannt auf wieviel verwandelten Regen wir noch treffen.

Wir starten unsere Tour um etwa 13.30 Uhr vom offiziellen Parkplatz auf etwa 850m Seehöhe, in der Nähe der Rinnbergalm. Zuvor haben wir das schöne Talörtchen Rußbach passiert, das mir in meiner Jugendzeit neben Skikursen auch wunderbare Familienurlaube bescherte. Das Wetter, wie auch schon in den letzten Tagen, präsentiert sich frühlingshaft und warm, und wir kommen bei den Forststraßenkehren Richtung Traunwand gehörig ins Schwitzen. Die Fernsicht ist etwas getrübt- als wir den Dachstein in nächster Nähe erblicken , kann man das von unserer ohnehin schon grandiosen Stimmung nicht mehr behaupten.

Erster Blick auf den Gamsfeld-Gipfel
Aufgrund der sommerlichen Verhältnisse geht es heute sehr schnell voran und wir erreichen bald die verlassenen Almhütten. Der Blick zum Skigebiet Dachstein-West ist ernüchternd: Die sonst so traumhaft-schöne Talabfahrt ist nur mehr begrenzt möglich. Ein weißer Streifen zieht sich durch die grüne Landschaft. Da wir aber ohne Bretter unterwegs sind, kümmert uns das herzlich wenig, und wir genießen das Rauschen der umliegenden Bäche, die uns den Frühling noch ein Stück näher bringen, als dies die Meterologie (21.März) tut.  Matthias, der sich vor wenigen Tagen den Schönberg (2.090m) im Toten Gebirge vorgeknöpft hat, prophezeit beste Verhältnisse für den weiteren Aufstieg- und er sollte Recht behalten.

Der Frühling präsentiert sich- im Hintergrund der Gosaukamm
Erst auf rund 1.350 Meter Höhe betreten wir die ersten Schneefelder- die sich aber als ziemlich unangenehm herausstellen. Die Sonne hat saubere Arbeit geleistet und den Schnee bis zum Boden aufgeweicht, sodass jeder Schritt auch gleichzeitig ein tiefes Einsinken zur Folge hat. Doch nach knapp zehn Minuten ist diese kurze Qual auch schon wieder vorbei und es geht völlig aper weiter. Auch die darauffolgenden Wegabschnitte sind immer wieder mit kurzen Schneepassagen gespickt- doch für Mitte März ein wahrliches Trauerspiel. Der oberste Senat hat alle Lizenzanträge des Winters abgewiesen!

Kurze Schneepassagen auf dem Weg zum Gipfel. Der Dachstein präsentiert sich im Hintergrund
Überraschend schnell erreichen wir den kurzen Grat zum 2.027m hohen Hauptgipfel. Hier haben sich riesige Wechten gebildet und Vorsicht ist geboten. Auch Skispuren sind hier heroben auszumachen- die Verhältnisse aber doch recht bescheiden, denn auch die nördlichen Passagen warten mit sehr wenig Schnee auf.

Nebst riesigen Wechten geht es dem Hauptgipfel entgegen
Die Berge, die vom Gipfel des Gamsfelds auszumachen sind, sind zahlreich. Neben dem Toten Gebirge, Dachstein, Gosaukamm, thronen auch Hoher Göll und Watzmann in der tiefstehenden Sonne. Da wir knapp unter zwei Stunden benötigt haben, bleibt uns genug Zeit für eine entspannende Rast und diverse Blödeleien, bis sich die Sonne heute verabschiedet.

Genuss pur...
...der zu Freudenhüpfern animiert
Dann, langsam, aber sicher beginnt das Spektakel: Die Sonne verschwindet hinter den Bergketten der Bertchesgadener Alpen und taucht die umliengenden Bergspitzen in warmes, glänzendes Licht. Ein unbezahlbarer Moment, obwohl er doch alltäglich, und für jeden zugänglich ist.

Die Sonne beginnt sich zu senken

Fang das Licht!
Um etwa 18.10 Uhr hat sich die Sonne endgültig für den heutigen Tag verabschiedet. Wir bleiben dennoch noch am Gipfel und genießen die einzigarte Stimmung und die verschiedenen Farben, mit die sich die Berge im letzten Licht schmücken. 

Ein bewegender Moment...

Schweren Herzens müssen wir uns vom Gamsfeld trennen und treten auf selbigem Weg den Abstieg an. Erst auf 1.400m benötigen wir schließlich die Stirnlampen. Trotz der vorangeschrittenen Tageszeit ist es weiterhin wohlig warm und diese Temperaturen lassen uns an den Sommer denken, der mit vielen weiteren Großprojekten bereits auf uns wartet.

Die letzten Minuten am Gamsfeld...
Abstieg ins dunkle Tal..

Ein wahrer Geheimtipp, und die längere Anreise wert- so kann man das Gamfeld charakterisieren. Kein Gehemnis, aber dennoch ein Tipp: Die herrlichen Stimmungen haben wir festgehalten und ihr könnt sie im folgenden Fotoalbum begutachten,:


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